+204 %
Video-Aufrufe (1,64 → 5,00 Mio.)
−44 %
Kosten je Aufruf (0,0152 → 0,0085 €)
+121 %
Impressionen
+70 %
Budget
Das Budget stieg um 70 %, die Aufrufe um 204 %. Jeder investierte Euro brachte am Ende des Zeitraums fast doppelt so viel Reichweite wie am Anfang. Wie ich für einen deutschen Artist im Bereich elektronische Musik die Videoreichweite verdreifacht und dabei den Preis je Aufruf halbiert habe.
Hintergrund
Der Kunde produziert elektronische Musik und veröffentlicht unter mehreren Projekten. Das Geschäftsmodell hängt an Streams und Wiedergaben – nicht an einem Warenkorb. Werbung muss also nicht Umsatz auslösen, sondern Menschen dorthin bringen, wo eine Wiedergabe entsteht. Google, Meta, Spotify und TikTok laufen parallel.
Die Ausgangslage
Ein reichweitenstarkes Setup über vier Kanäle – mit der Aufgabe, es auf eine gemeinsame, geschäftsrelevante Messgröße auszurichten. Jeder Kanal brachte seine eigene Kennzahl mit, sodass nicht vergleichbar war, was eine Wiedergabe tatsächlich kostet. Genau diese Zahl braucht man aber, um Budget zwischen Kanälen zu verschieben.
Dazu kam ein struktureller Punkt: Aufrufe auf einem Musikvideo und Wiedergaben, für die der Vertrieb abrechnet, entstehen auf verschiedenen Videos – die Zielseiten mussten dem folgen. Neue Releases brauchen in den ersten Tagen Druck, den ein geteiltes Kampagnenbudget nicht zuverlässig liefert. Und für das Kurzformat lag starkes Material bereit, das in den Anzeigen noch nicht ausgespielt wurde.
Strategie und Umsetzung
Kanäle auf eine gemeinsame Währung gebracht
Für jeden Kanal habe ich ausgerechnet, was eine Wiedergabe tatsächlich kostet – und dabei nur gezählt, wo wirklich eine entsteht. Follower und Post-Interaktionen fielen bewusst raus. Erst damit war eine Budgetentscheidung über Kanäle hinweg überhaupt möglich, vorher wurden Äpfel mit Birnen verglichen.
Jedes Release bekommt eigenes Budget
Neue Songs laufen in eigenen Kampagnen statt im Sammelbecken. Sonst verteilt der Algorithmus nach Erfahrungswerten – und ein Song ohne Historie bekommt genau dann nichts ab, wenn er Druck bräuchte. Die ersten Tage nach dem Release entscheiden über die Kurve, danach lässt sich das kaum nachholen.
Kurzformat konsequent bespielt
Anzeige für Anzeige habe ich geprüft, ob ein echtes Hochformat-Video hinterlegt ist, und die vorhandenen Shorts ergänzt – ohne die bestehenden Videos zu ersetzen. Damit stehen den Anzeigen Kurzvideos mit über einer Million Aufrufen als zusätzliche Ausspielfläche zur Verfügung, die bis dahin brachlag.
Zielseiten auf die Version umgestellt, für die abgerechnet wird
Die Anzeigen führen jetzt auf die Streaming-Version des Songs statt auf das Musikvideo – inklusive angehängter Katalog-Playlist, damit nach dem Song weitergehört wird. Ein Aufruf auf dem Musikvideo ist schön, aber er zahlt nichts aus.
Wirkung messbar gemacht
Vor der Umstellung habe ich den Aufrufstand jedes Titels festgehalten. Ein tägliches Dashboard vergleicht seitdem beworbene gegen nicht beworbene Titel – die unbeworbenen sind die Kontrollgruppe. Damit ist belegbar, was die Werbung gebracht hat, statt es zu schätzen. Wie so ein Dashboard entsteht, steht in Marketing-Reporting automatisieren.
Die Ergebnisse
| Kennzahl | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Video-Aufrufe | 1,64 Mio. | 5,00 Mio. (+204 %) |
| Kosten je Aufruf | 0,0152 € | 0,0085 € (−44 %) |
| Klicks | 692.847 | 1.207.921 (+74 %) |
| Impressionen | 60,1 Mio. | 133,0 Mio. (+121 %) |
| Budget | 24.917 € | 42.336 € (+70 %) |
Zahlen aus der Google Ads API, Zeitraum 02.05.–30.07.2026 gegen 01.02.–01.05.2026, jeweils 90 Tage.
Fazit
Reichweite lässt sich kaufen. Günstige Reichweite entsteht erst, wenn man weiß, was eine Wiedergabe in jedem Kanal wirklich kostet – und wenn die Anzeigen dorthin führen, wo abgerechnet wird. Beides war hier der Hebel, nicht das höhere Budget.
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