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SEO & CRO 4 Min. Lesezeit

GEO-Optimierung Die vier Hebel

Stefan Steeger Stefan Steeger Performance-Marketing & Tracking
GEO-Optimierung: Die vier Hebel

GEO-Optimierung wird gerade als Textarbeit verkauft: Überschriften umbauen, FAQ-Blöcke anhängen, Schema ergänzen. Und dann?
Passiert nichts. Denn drei der vier Hebel liegen überhaupt nicht auf deiner Website. Ich habe das nicht geschätzt, sondern gemessen: 20 Fragen, vier Systeme, fünf Wiederholungen. 400 Antworten, 3.391 Quellenangaben, 779 verschiedene Domains. Messung vom 18.08.2026, eigene Domain als Testobjekt.

Was ist GEO-Optimierung überhaupt?

GEO-Optimierung heißt: die Quellenlage so verändern, dass ChatGPT, Perplexity, Gemini und Googles KI-Übersichten dein Unternehmen nennen, wenn jemand nach deiner Leistung fragt. Im Fachjargon heißt das Generative Engine Optimization, kurz GEO. Es gibt dabei keinen Rang, keine Platzierung und keine Search Console.

Das ist der entscheidende Unterschied zur klassischen Suchmaschinenoptimierung, den ich in GEO vs. SEO: Was sich wirklich unterscheidet auseinandergenommen habe. Ein Modell rankt keine Liste. Es baut eine Antwort aus dem, was es findet.

Und genau deshalb hat die Arbeit daran vier Angriffspunkte, nicht einen.

Hebel 1: In den Verzeichnissen stehen, aus denen zitiert wird

Das ist der größte Hebel, und er liegt komplett außerhalb deiner Kontrolle über eigene Inhalte. Wenn jemand fragt „Welche Performance-Marketing-Agentur ist empfehlenswert?", schlagen die Systeme in Sammelseiten nach.

Die meistzitierte Einzelseite meiner gesamten Messung ist keine Agenturseite, sondern eine Verzeichnis-Kategorie: omr.com/de/reviews/service-category/performance-marketing-agenturen, zitiert in 33 von 400 Antworten. Über alle Fragen hinweg taucht omr.com in 77 Antworten auf, sortlist.de in 45, geoagenturen.de in 26, eom.de in 25, agenturtipp.de in 20.

  • eom.de/agency/server-side-tagging wird bei den Tracking-Fragen in 19 Antworten zitiert. Eine einzige Unterseite eines fremden Verzeichnisses.
  • Steeger Marketing stand in keinem dieser Verzeichnisse und kam entsprechend in 340 Anbieter-Antworten null Mal vor.
  • Aufwand: ein bis zwei Stunden.
    Wirkung: erst nach vier bis acht Wochen, weil die Modelle die Einträge nicht sofort aufnehmen.

Hebel 2: Auf fremden Fachseiten auftauchen

Der zweite Hebel liegt ebenfalls fremd, wird aber fast immer übersehen: Hersteller- und Werkzeugseiten werden zitiert wie Fachpresse.

Bei den sechs Tracking-Fragen liegen zwei Werkzeuganbieter ganz oben: taggrs.io in 35 Antworten, stape.io in 28. Die Partner- und Referenzseite taggrs.io/de/success-stories/ allein taucht in 11 Antworten auf. Gefragt war nach einer Agentur. Geantwortet wurde mit Herstellerseiten.

Ahrefs hat das für ChatGPT im Großen nachgerechnet: Von den 1.000 meistzitierten Seiten im September 2025 waren nur 32,3 Prozent überhaupt beeinflussbar (Auswertung vom 28.10.2025). Der Rest ist Wikipedia (29,7 %), fremde Startseiten (23,8 %) und Ähnliches. Von dem, was du beeinflussen kannst, sind Ratgeberseiten mit 19,4 % der größte Block, Bewertungen 5,8 %, Presse 5,2 %, Blogs 1,9 %.

Hebel 3: Ratgeberseiten sind der einzige Hebel auf deiner eigenen Domain

Hier wird es interessant, weil meine Messung zwei fast identische Fragen enthält, die sich genau in diesem Punkt unterscheiden.

Frage 8 lautete „Wer bietet Generative Engine Optimization in Deutschland an?" – eine reine Anbieterfrage. In 20 Antworten standen 19 Verzeichnis-Zitate.
Frage 9 lautete „Wie messe ich, ob mein Unternehmen in KI-Antworten vorkommt?" – dieselbe Branche, derselbe Tag, dieselben vier Systeme. Ergebnis: ein einziges Verzeichnis-Zitat in 20 Antworten.

Stattdessen zitierten die Systeme dort Ratgeberartikel: tbnpr.de in 10 Antworten, planinja.de in 10, gerlach.media in 6. Dasselbe Muster bei „Wer bietet ein Tracking-Audit für Onlineshops an?" – null Verzeichnisse, dafür Fachbeiträge wie flagbit.de (11), netzstrategen.com (10) und adwort.de (10).

Die Regel dahinter ist simpel: Anbieterfragen gewinnst du in fremden Quellen. Wie-Fragen gewinnst du auf deiner eigenen Seite. Wer seine GEO-Optimierung auf die eigene Website beschränkt, arbeitet an einem Viertel des Problems.

Hebel 4: Firmendaten, die überall identisch lauten

Der kleinste Hebel, aber der peinlichste, wenn er fehlt. In den 60 Antworten auf die drei Markenfragen wurden 72 verschiedene Domains zitiert. Genau eine davon gehört Steeger Marketing.

Was daneben stand, ist eine Lehrstunde in Verwechslung:

  • cms.law – ein Arbeitsrechtler namens Dr. Stefan Steeger
  • steegerholzwerkstoffe.de und textilpflege-steeger.de – Holzwerkstoffe und eine Textilreinigung
  • de.trustpilot.com – aber mit den Bewertungen der „Stieger Digital GmbH"
  • handelsblatt.com – ein Artikel über einen „Sven Steger"

Die Modelle kennen den Namen. Sie können ihn nur keiner Firma eindeutig zuordnen. Dagegen hilft kein Text, sondern Gleichförmigkeit: derselbe Firmenname, dieselbe URL, dieselbe Leistungsbeschreibung in jedem Profil, dazu sameAs-Verweise auf alle eigenen Profile im Schema.

Die vier Hebel der GEO-Optimierung im Vergleich

Hebel Wo er wirkt Beleg aus der Messung 18.08.2026 Aufwand
1. Verzeichnisse fremd omr.com in 77 von 400 Antworten 1–2 Stunden
2. Fremde Fachseiten fremd taggrs.io in 35, stape.io in 28 Antworten laufend
3. Ratgeberseiten eigene Domain Wie-Frage: 1 Verzeichnis-Zitat statt 19 pro Seite 1 Tag
4. Firmendaten überall 72 zitierte Domains, davon 1 eigene 1 Stunde

Die Reihenfolge ist kein Geschmack, sondern Arithmetik. Wie ich die 971 Zitate im KI-Segment im Detail aufgeschlüsselt habe, steht in Woraus KI-Empfehlungen entstehen.

Was GEO-Optimierung nicht kann

Kein seriöser Anbieter verspricht dir eine Platzierung, weil es keine gibt. Es existiert kein Rang, den man abfragen könnte, und dieselbe Frage liefert bei jedem Durchlauf andere Firmen. Genau deshalb messe ich jede Frage fünffach: Ein einzelner Lauf ist ein Stimmungsbild, kein Messwert.

Was sie kann: aus einem Bauchgefühl einen Befund machen. Wie eine Nullmessung abläuft und was am Ende auf dem Tisch liegt, steht auf der Seite zur KI-Sichtbarkeit als Leistung von Steeger Marketing.

Häufige Fragen zur GEO-Optimierung

Was ist GEO-Optimierung?

GEO-Optimierung ist die Arbeit daran, dass ChatGPT, Perplexity, Gemini und Googles KI-Übersichten ein Unternehmen nennen, wenn jemand nach dessen Leistung fragt. GEO steht für Generative Engine Optimization. Sie wirkt an vier Stellen: Verzeichnissen, fremden Fachseiten, eigenen Ratgeberseiten und einheitlichen Firmendaten.

Wie messe ich, ob mein Unternehmen in KI-Antworten vorkommt?

Mit einer festen Fragenliste, die man mehrfach je System durchläuft. Steeger Marketing misst 20 Fragen in vier Systemen mit je fünf Wiederholungen, also 400 Antworten pro Lauf. Die Wiederholungen sind Pflicht, weil dieselbe Frage jedes Mal andere Firmen liefert.

Wer bietet Generative Engine Optimization in Deutschland an?

Diese Frage beantworten die KI-Systeme fast ausschließlich aus Verzeichnissen. In der Messung vom 18.08.2026 stammten 19 von 20 Antworten auf genau diese Frage aus Verzeichnis-Quellen wie omr.com und geoagenturen.de. Ein Blogbeitrag steht dort nicht zur Auswahl, ein Verzeichniseintrag schon.

Wie lange dauert GEO-Optimierung, bis sie wirkt?

Rechne mit vier bis acht Wochen nach den ersten Verzeichniseinträgen. Die Modelle nehmen neue Quellen nicht sofort auf. Nach zwei Tagen nachzumessen ist verlorene Zeit und verbrennt nur Abfragekontingent.

Bringt eine llms.txt etwas für die KI-Sichtbarkeit?

Nach heutiger Datenlage nicht. In 400 gemessenen Antworten kam llms.txt zwei Mal vor, kein einziges Mal als Grund für eine Empfehlung. Warum die Datei trotzdem überall verkauft wird, steht im Beitrag über llms.txt.

Kann man eine Platzierung in ChatGPT garantieren?

Nein. Es gibt keinen Rang und keinen Algorithmus, den man abfragen könnte. Wer eine Position oder einen Platz eins verspricht, verkauft etwas, das technisch nicht existiert. Messbar ist nur, wie oft eine Marke über viele Läufe hinweg genannt wird.

Fazit: Drei Viertel der Arbeit liegen nicht auf deiner Website

Wenn du GEO-Optimierung als Textprojekt aufsetzt, optimierst du den kleinsten der vier Hebel. Die Systeme zitieren Verzeichnisse, Herstellerseiten und Ratgeberartikel – in dieser Reihenfolge. Deine Leistungsseite steht in dieser Kette ganz hinten.

Fang mit den Verzeichnissen an, weil das zwei Stunden kostet und am meisten bewegt. Danach die Wie-Fragen als eigene Seiten. Und miss vorher, damit du hinterher weißt, ob sich etwas bewegt hat. Wie so eine Nullmessung aussieht, habe ich in Wird deine Firma von ChatGPT empfohlen? an der eigenen Domain durchgespielt – mit einem Ergebnis, das wehtat.

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